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23/08/2026 - 11:46

Venetiens Gesundheitswesen mit 518 Millionen Euro Defizit: UIL fordert mehr Kontrollen

Die Gesundheitsunternehmen in Venetien haben das Haushaltsjahr 2025 mit einem Gesamtddefizit von knapp 518 Millionen Euro abgeschlossen. Zwar konnte die regionale Bilanz durch einen Ausgleich von Azienda Zero im Gleichgewicht gehalten werden, doch die finanzielle Belastung des Gesundheitssystems bleibt hoch.

Die Gewerkschaft UIL Fp Veneto fordert deshalb eine stärkere Überwachung der Ausgaben. Dabei verweist sie auf neue Leitlinien der italienischen Antikorruptionsbehörde Anac.

Am 29. Juli verabschiedete die Anac einen Katalog zu Korruptionsrisiken und Präventionsmaßnahmen im Gesundheitswesen. Darin werden unter anderem die Bereiche Wartelisten, privatärztliche Tätigkeiten innerhalb des öffentlichen Gesundheitssystems, die Zulassung von Gesundheitseinrichtungen sowie die Beziehungen zur Pharma- und Medizinprodukteindustrie als besonders sensibel genannt.

Nach Einschätzung der Gewerkschaft müssen die finanziellen Schwierigkeiten der Gesundheitsunternehmen und die Vorgaben der Anac gemeinsam betrachtet werden. Es gebe keine Belege oder konkreten Vorwürfe, die das Defizit auf Korruption zurückführten. Angesichts der knappen Mittel sei es jedoch dringend notwendig, jede Ausgabe nachvollziehbar zu dokumentieren und ihre Angemessenheit zu überprüfen.

Antonio Tocchio, regionaler Koordinator für medizinische und sanitäre Führungskräfte der UIL Fp, fordert eine wirksame Umsetzung der Anac-Vorgaben in den Unternehmensplänen. Notwendig seien eine lückenlose Nachverfolgbarkeit bei der Verwaltung der Wartelisten und bei privatärztlichen Leistungen, strenge Prüfungen bei Zulassungsverfahren sowie klare Regeln zu möglichen Interessenkonflikten im Kontakt mit Pharmaunternehmen und Herstellern medizinischer Geräte.

Außerdem verlangt die Gewerkschaft funktionierende Hinweisgebersysteme und eine tatsächliche Unabhängigkeit der für Korruptionsprävention zuständigen Verantwortlichen.

Stefano Gottardi, Generalsekretär der UIL Fp Veneto, betont, dass die Gewerkschaft nicht das regionale Gesundheitssystem unter Generalverdacht stellen wolle. Die große Mehrheit der Beschäftigten leiste täglich korrekte Arbeit. Angesichts der angespannten Haushalte dürfe die Antwort jedoch nicht nur aus Kürzungen und Rationalisierungen bestehen. Gleichzeitig müssten die Kontrollinstrumente gestärkt werden, um die verfügbaren Mittel und die Beschäftigten zu schützen.

Die UIL Fp Veneto hat der Region und den lokalen Gesundheitsbehörden drei konkrete Forderungen vorgelegt: Erstens sollen für die vier von der Anac genannten Risikobereiche spezifische Maßnahmen in die Unternehmenspläne für 2027 aufgenommen werden. Zweitens soll halbjährlich ein Bericht erstellt und mit den Gewerkschaften geteilt werden. Drittens fordert die Gewerkschaft die Einberufung eines regionalen Gesprächstisches im kommenden Herbst.

Von der Region erwartet die UIL zu diesen drei Punkten bis zum Herbst eine Antwort.

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