
Venetische Sprache in offizieller Veröffentlichung des Europarats gewürdigt
Die venetische Sprache ist in eine offizielle Veröffentlichung des Europarats aufgenommen worden. Das Europäische Zentrum für moderne Sprachen (ECML) führt das Venetische in dem Band „Lara’s linguistic journey through Italy“ als Teil des mehrsprachigen kulturellen Erbes Italiens auf.
Die Publikation widmet sich der Förderung von Sprachbildung und richtet besondere Aufmerksamkeit auf Schulen und jüngere Generationen. Vorgestellt wurde sie anlässlich des Europäischen Tages der Sprachen.
Paolo Borchia, Delegationsleiter der Lega im Europäischen Parlament, bezeichnete die Aufnahme als „wichtige kulturelle und institutionelle Anerkennung“. Sie bestätige, dass der Schutz lokaler Identitäten Bestandteil des europäischen Kulturerbes sei, erklärte der Europaabgeordnete.
Nach Ansicht Borchias zeige die Veröffentlichung zudem einen Wandel im Umgang mit regionalen Sprachen. Das Venetische sei lange als Folklore oder als vom Verschwinden bedrohte Ausdrucksform betrachtet worden. Der Schritt des ECML verdeutliche dagegen, dass Mehrsprachigkeit eine Ressource sei, die besonders jungen Menschen vermittelt und erhalten werden müsse.
Parallel dazu prüft der Regionalrat von Venetien derzeit einen zusammengeführten Gesetzentwurf zum Schutz und zur Förderung der venetischen Sprache. Borchia bezeichnete die beiden Entwicklungen als unterschiedliche, aber miteinander vereinbare Wege: Einerseits gehe es um die internationale Anerkennung des sprachlichen Erbes, andererseits um dessen Bewahrung durch die Institutionen der Region.