
Verona: 65 Prozent der Wege werden mit dem Auto zurückgelegt
In Verona werden rund 65 Prozent der Wege mit dem privaten Auto zurückgelegt. Das geht aus der Studie „Migliorare la mobilità delle città intelligenti a Verona, Italia“ hervor, deren Ergebnisse am Freitag vorgestellt wurden. Die Untersuchung entstand im Rahmen des südkoreanischen Knowledge Sharing Program 2025/2026.
Die neunmonatige Studie wurde gemeinsam mit der Stadt Verona durchgeführt. Grundlage waren unter anderem Daten von intelligenten Sensoren, die 2024 und 2025 an vier Kreuzungen installiert wurden. Zusätzlich nutzten die Forscher Drohnenaufnahmen, technische Interviews und eine Befragung von 621 Personen an Bushaltestellen.
Nach Einschätzung der südkoreanischen Delegation ist der hohe Anteil des Individualverkehrs eine zentrale Herausforderung für Verona. Gleichzeitig erschweren die historische Stadtstruktur und der UNESCO-Status eine starke Ausweitung des Verkehrsnetzes.
Die Experten aus Seoul entwickelten sechs Handlungsfelder, die unter dem Namen „Verona“ zusammengefasst wurden. Vorgesehen sind digitale Lösungen für Kreuzungen, Parkplätze, Verkehrskorridore sowie Zonen mit eingeschränktem oder emissionsarmem Verkehr. Auch die Steuerung der Verkehrsnachfrage bei Veranstaltungen und während touristischer Spitzenzeiten soll verbessert werden.
Weitere Vorschläge betreffen eine eigene Organisation für intelligente Mobilität, die stärkere Berücksichtigung der Bedürfnisse der Bevölkerung sowie eine Optimierung der Verkehrsflüsse mithilfe künstlicher Intelligenz und Big-Data-Analysen. Außerdem soll eine integrierte Plattform zur Sammlung und Weitergabe von Verkehrsdaten entstehen, die auch angrenzende Gemeinden wie San Martino Buon Albergo einbezieht. Die Fortschritte sollen regelmäßig anhand festgelegter Leistungsindikatoren überprüft werden.
Der Umweltdezernent Tommaso Ferrari erklärte, die Zusammenarbeit ermögliche es Verona, das eigene Verkehrssystem weiterzuentwickeln und Erfahrungen mit technologisch fortgeschrittenen Städten auszutauschen. Die Stadtverwaltung wolle dabei auch den Radverkehr, den öffentlichen Nahverkehr und moderne Ampelanlagen stärken.
Koordiniert wurde die Studie von den Professoren Eui Young S. Hon und Dong Min Lee von der Universität Seoul. Die Präsentation wurde von Hyoung Kwon Ko eröffnet, dem früheren südkoreanischen Botschafter und Finanzminister.