Verona: Austausch über Mafia-Prävention beim Campo della Legalità
Im Palazzo Barbieri in Verona haben sich Teilnehmer des von Libera Verona organisierten Campo della Legalità mit Vertretern der Stadtverwaltung und des Netzwerks Avviso Pubblico ausgetauscht. Im Mittelpunkt standen die Prävention und Bekämpfung möglicher Infiltrationen durch organisierte Kriminalität.
An dem Treffen am Donnerstag, 20. August, nahmen Bürgermeister Damiano Tommasi, der Provinzkoordinator von Avviso Pubblico Verona, Maurizio Facincani, Bildungsstadträtin Elisa La Paglia sowie Stadträtin Chiara Stella teil.
Tommasi erklärte, die Stadtverwaltung beobachte die Entwicklung krimineller Phänomene und werde sich weiterhin für Außenstellen der Antimafia-Ermittlungsdirektion DIA sowie der Antimafia-Staatsanwaltschaft DDA in Verona einsetzen. Stadt und Provinz benötigten eine angemessene Präsenz zur Bekämpfung krimineller Infiltrationen, so der Bürgermeister.
Zudem erinnerte Tommasi daran, dass sich die Stadt Verona im Verfahren „Isola Scaligera 2“ erstmals in ihrer Verwaltungsgeschichte als Nebenklägerin in einem Mafia-Prozess beteiligt habe. Der Kampf gegen kriminelle Organisationen dürfe sich nicht auf Strafverfolgung beschränken, sondern müsse auch auf Prävention und Sensibilisierung der Gesellschaft setzen.
Facincani betonte die Bedeutung eines Netzwerks aus Institutionen, Verbänden und Bürgern. Dadurch könnten Anzeichen für mögliche kriminelle Einflussnahme früher erkannt werden. Eine zentrale Rolle spiele außerdem die Weiterbildung von Beschäftigten in öffentlichen Verwaltungen.
Das Campo della Legalità hat seinen Sitz in einem eingezogenen Gebäude in Erbé. Das Projekt wird gemeinsam mit SPI CGIL, UDU – Unione degli Universitari, ARCI, AGESCI und dem Netzwerk der Oberschüler umgesetzt. Vorgesehen sind Arbeiten zur Aufwertung des beschlagnahmten Gebäudes, Aktivitäten in der Gemeinde Erbé sowie Fortbildungen zu organisierter Kriminalität und illegaler Arbeitsausbeutung.
Elisa La Paglia unterstrich die Bedeutung von Bildungsangeboten in und außerhalb der Schulen. Junge Menschen sollten die Geschichte und Entwicklung der organisierten Kriminalität kennenlernen und mit Fachleuten ins Gespräch kommen. Sie verwies zudem auf Transparenz bei öffentlichen Ausschreibungen, den Schutz gefährdeter Personen und die Unterstützung seriöser Unternehmen.
Laut Elena Canel, der Verantwortlichen des Camps, sollen die Teilnehmer durch praktische Arbeit, Erinnerungsarbeit und Fortbildungen lernen, kriminelle Strukturen und ausbeuterische Arbeitsverhältnisse besser zu erkennen.