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11/09/2026 - 17:04

Verona: Beim 7. Kongress geht es um Ernährung und gesundes Altern

Vom 10. bis 12. September findet in Verona der 7. nationale Kongress „Ernährung und Alter“ statt. Im Mittelpunkt stehen die Bedeutung einer individuell angepassten Ernährung und gezielter Bewegung für ein gesundes Altern.

Organisiert wird die Veranstaltung von der Accademia di Geriatria. Den Vorsitz hat Mauro Zamboni, Direktor der geriatrischen Abteilung B der Universitätsklinik Azienda Ospedaliera Universitaria Integrata in Verona. Der Kongress bringt Fachleute und Spezialisten zusammen und umfasst auch Workshops für junge Ärzte und Assistenzärzte.

## Muskelerhalt als zentrale Herausforderung

Ein wichtiges Thema ist die Sarkopenie, also der Verlust von Muskelmasse und Muskelkraft. Nach den Angaben zum Kongress nehmen rund 30 Prozent der selbstständig lebenden älteren Menschen weniger Kalorien auf als nötig. Ihre Ernährung sei zudem häufig wenig abwechslungsreich.

Als Gegenmaßnahmen gelten eine ausreichende Proteinzufuhr, die über den Tag verteilt wird, sowie gezieltes Krafttraining. Eine schwache Muskulatur erhöht das Risiko für Stürze, Knochenbrüche und Pflegebedürftigkeit. Der Muskelabbau beginnt laut den Experten bei Männern bereits ab etwa dem 30. Lebensjahr, bei Frauen insbesondere während der Menopause. Vorbeugung sollte daher deutlich vor dem höheren Alter beginnen.

## Übergewicht und Medikamente

Mit zunehmendem Alter wird neben dem Erhalt der Muskelmasse auch der Abbau von Übergewicht wichtiger. Weniger Bewegung kann zu einer Zunahme des Körpergewichts und des Bauchfetts führen. Die Zahl älterer Menschen mit Adipositas ist in den vergangenen Jahren gestiegen.

Neue Medikamente zur Gewichtsabnahme können dabei helfen. Eine internationale Studie, an der auch Forschende aus Verona beteiligt waren und die in den „Annals of Internal Medicine“ veröffentlicht wurde, weist jedoch auf ein mögliches Problem hin: Wirkstoffe wie Semaglutid und Tirzepatid reduzieren zwar Fett, können aber auch Muskelmasse verringern. Bei älteren und gebrechlichen Menschen müsse deshalb während der Behandlung die Qualität des Gewichtsverlusts kontrolliert werden.

## Ernährung und Demenzrisiko

Eine unausgewogene Ernährung kann den gesundheitlichen Abbau bei chronischen, onkologischen oder neurodegenerativen Erkrankungen beschleunigen. Die Empfehlungen sehen unter anderem vor, den Konsum von Salz, einfachen Zuckern und rotem Fleisch zu reduzieren und häufiger Vollkornprodukte sowie Elemente der mediterranen Ernährung einzubeziehen.

„Unser Essverhalten beeinflusst, wie wir altern, gleichzeitig verändert das Alter auch Hunger- und Sättigungsgefühl“, erklärte Kongresspräsident Mauro Zamboni. Eine mediterrane Ernährung könne die Lebenserwartung nach seinen Angaben um etwa zehn Jahre verlängern.

Auch der Zusammenhang mit Demenz wurde beim Kongress thematisiert. Patrizia Mecocci, Professorin für Geriatrie an der Universität Perugia, verwies auf epidemiologische Studien, die eine gesunde Ernährung im Laufe des Lebens mit einem geringeren Demenzrisiko im höheren Alter in Verbindung bringen. Ziel sei es außerdem, die Selbstständigkeit und Selbstachtung älterer Menschen möglichst lange zu erhalten. Als praktische Unterstützung nannte sie unter anderem Fingerfood für Menschen, die Schwierigkeiten im Umgang mit Besteck haben.

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