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Verona
26/08/2026 - 16:26

Verona liefert mehr als 70 Tumormodelle für internationale Krebsforschung

Das Arc-net Centre for Applied Research on Cancer der Universität Verona hat mehr als 70 Modelle von Bauchspeicheldrüsen- und Darmkrebs entwickelt, die aus Gewebeproben von Patienten stammen. Die Modelle wurden charakterisiert und der internationalen Forschung zur Verfügung gestellt. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht.

Die Arbeit entstand im Rahmen der Human Cancer Models Initiative (HCMI). Das internationale Projekt hat über einen Zeitraum von zehn Jahren eine der umfangreichsten Sammlungen patientenbasierter Krebsmodelle aufgebaut. Die Sammlung umfasst unter anderem Modelle von Brust-, Gebärmutterkörper-, Darm-, Blasen-, Eierstock- und Lungenkrebs sowie von Tumoren im Kopf-Hals-Bereich.

Für 522 Modelle liegen vollständige klinische Daten vor. 153 Modelle betreffen seltene Tumorerkrankungen, 71 stammen von Teilnehmern mit nicht-europäischer Abstammung. Zusätzlich stehen Proben der ursprünglichen Tumoren sowie molekulare Daten zur Verfügung, darunter DNA- und RNA-Sequenzen sowie transkriptomische und epigenetische Profile.

Das Forschungszentrum in Verona war als italienischer Substandort des vom Cold Spring Harbor Laboratory in den USA koordinierten Cancer Model Development Center an der Initiative beteiligt. Geleitet wurde der italienische Standort gemeinsam von Aldo Scarpa, Professor für Pathologie an der Universität Verona und Gründer von Arc-net, sowie Vincenzo Corbo, Professor am Fachbereich für Ingenieurwesen in der innovativen Medizin und Direktor der universitären Doktorandenschule.

Eine zentrale Rolle spielen sogenannte Tumororganoide. Dabei handelt es sich um dreidimensionale Strukturen, die aus Patientengewebe im Labor gezüchtet werden. Im Gegensatz zu herkömmlichen zweidimensionalen Zelllinien können sie viele genetische und biologische Eigenschaften des ursprünglichen Tumors bewahren. Dadurch lassen sich unter anderem das Wachstum und die Anpassungsfähigkeit von Krebszellen sowie ihre Reaktion auf Therapien untersuchen.

Die Modelle können langfristig vermehrt, detailliert analysiert und an andere Labore weitergegeben werden. So wird die Probe eines einzelnen Patienten zu einer gemeinsam nutzbaren Ressource für die internationale Forschung. An der Zusammenarbeit waren neben Arc-net unter anderem das Cold Spring Harbor Laboratory, Northwell Health und das Hubrecht Institute beteiligt.

Vincenzo Corbo betonte, die Beteiligung an dem Projekt zeige den Wert der Zusammenarbeit zwischen Grundlagenforschung, translationaler Forschung und klinischer Medizin. Entscheidend sei nicht nur die Entwicklung von mehr als 70 Modellen in Verona, sondern auch deren Umwandlung in eine international zugängliche wissenschaftliche Ressource.

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