
Verona: Streit über Radwege und die Auswirkungen auf den Verkehr
Die Fahrradinfrastruktur und die Verkehrssituation in Verona standen im Mittelpunkt der Sendung „In tema con Daily“, die am Mittwoch, 23. September, auf Radio Adige TV ausgestrahlt wurde. Zu Gast waren die Stadträte Nicolò Zavarise von der Lega und Giacomo Cona von Traguardi.
Zavarise kritisierte die Verkehrspolitik der Stadtverwaltung. Durch die Verengung von Fahrbahnen seien nach seiner Einschätzung „natürliche Trichter“ entstanden, die den Verkehr bremsen. Viele Menschen könnten wegen ihrer Arbeit oder familiärer Verpflichtungen nicht auf das Auto verzichten. Als Beispiele nannte er Wege zu Schulen, zum Krankenhaus in Borgo Trento und in das Gewerbegebiet Zai.
Besonders die Maßnahmen in der Via Nino Bixio, der Via Basso Acquar und der Via Turbina hätten zu erheblichen Verzögerungen geführt, sagte der Oppositionspolitiker. Bei der Verkehrsplanung müssten auch die Folgen einzelner Entscheidungen berücksichtigt werden.
Giacomo Cona wies dagegen die Vorstellung eines grundsätzlichen Konflikts zwischen Autofahrern und Radfahrern zurück. Er verwies auf Zahlen aus dem nachhaltigen städtischen Mobilitätsplan: 22 Prozent der Autofahrten in Verona seien kürzer als drei Kilometer. Neue Radwege sollten deshalb eine echte Alternative zum Auto schaffen.
Es gehe nicht darum, die Bedingungen für Autofahrer zu verschlechtern, erklärte Cona. Vielmehr müsse der Straßenraum neu verteilt werden. Der Stadtrat verteidigte auch die Maßnahmen in der Via Turbina und der Via Oriani. Für die Stadtverwaltung habe der Schutz der Radfahrer Priorität.
In der Sendung ging es außerdem um die weiteren Ziele des sogenannten Biciplan. Nach Angaben Conas wurden bisher rund 25 der geplanten 100 zusätzlichen Kilometer Radwege umgesetzt. Weitere Projekte seien notwendig, um den Radverkehr in Verona auszubauen.