
Veronas Bischofspalast nach Sanierungsarbeiten wieder geöffnet
Der Palazzo del Vescovado neben dem Dom von Verona ist nach mehreren Monaten mit Einschränkungen seit Oktober wieder vollständig geöffnet. Der historische Bischofspalast, der seit Jahrhunderten auch als „Domus Sancti Zenonis“ bezeichnet wird, wurde unter anderem erdbebensicherer und energieeffizienter gemacht.
Das Gebäude ist bereits seit dem 9. Jahrhundert dokumentiert und wurde im Lauf der Jahrhunderte mehrfach erweitert und umgestaltet. Zu den bedeutendsten Räumen gehört der sogenannte Bischofssaal. Seine Holzkassettendecke stammt aus dem 15. Jahrhundert, die Fresken von Domenico Brusasorzi aus dem Jahr 1566 zeigen gemalte Architekturen, Landschaften und die Abfolge der Bischöfe von Verona.
Zwischen 2025 und 2026 konzentrierten sich die Arbeiten auf die Verbesserung der Erdbebensicherheit des Ognibene-Turms und der angrenzenden Gebäude, in denen sich die Wohnung des Bischofs und Büros der Diözesankurie befinden. Hinzu kamen die Restaurierung der Loggia aus dem 16. Jahrhundert, neue Metallfenster mit thermischer Trennung sowie die Sanierung von Fassadenputz und Steinelementen.
Das Kulturministerium finanzierte die Maßnahmen zur Verbesserung der Erdbebensicherheit mit 2,2 Millionen Euro. Die tatsächlichen Baukosten beliefen sich auf 1.546.576,10 Euro. Der Risikoindikator des Gebäudes stieg nach den Arbeiten von 0,158 auf 0,644.
Weitere Ausgaben betrafen die Loggia, den Ognibene-Turm sowie die Fassaden an der Etschseite und zum Innenhof. Ein Teil dieser Arbeiten wurde durch Beiträge der Italienischen Bischofskonferenz sowie durch voraussichtliche staatliche Förderungen unterstützt.
Bischof Domenico Pompili kündigte außerdem an, dass der Palazzo im Winter einigen obdachlosen Menschen als nächtliche Unterkunft dienen soll. Geplant ist, ihnen einen warmen Schlafplatz und eine Dusche zu bieten. Gleichzeitig werde darüber nachgedacht, den historischen Ort künftig für Besucher zugänglich zu machen. Ein konkretes Besuchsprogramm wurde bislang nicht genannt.