
Villafranca: Streit um dritten Streik der Ortspolizei eskaliert
In Villafranca verschärft sich der Streit um die örtliche Polizei. Die Gewerkschaft DICCAP-SULPM hat für den 29. August, den Tag der Notte Bianca, den dritten Streik des Jahres angekündigt. Sie kritisiert unter anderem Personalmangel, Probleme bei der Ausstattung und fehlende Gespräche mit der Stadtverwaltung.
Bürgermeister Roberto Luca Dall’Oca weist die Darstellung zurück, das Polizeikorps befinde sich in einem chaotischen Zustand. Die bisherigen Arbeitsniederlegungen hätten weder zu einer Unterbrechung des Dienstes noch zu einer breiten Beteiligung geführt, erklärt er. Nach seinen Angaben könne die Position von drei oder vier Personen nicht für ein Korps mit insgesamt 20 Beamten sprechen.
Die Gewerkschaft führt den ersten Arbeitskampf auf den 17. Dezember 2025 zurück. Nach ihrer Darstellung seien die in den vergangenen Monaten angesprochenen Probleme weiterhin nicht gelöst worden. Genannt werden unter anderem der Zustand von Toiletten und Umkleiden, die angespannte Personalsituation sowie die bevorstehende Abwesenheit des Kommandanten und der Abgang des Vizekommandanten.
Auch bei der persönlichen Schutzausrüstung sieht DICCAP-SULPM Defizite. Nach Angaben der Gewerkschaft würden teilweise veraltete Kleidungsstücke verwendet. Außerdem fehlten den Beamten seit Dezember ein Abstandsstock und Pfefferspray.
Dall’Oca verweist dagegen auf bereits geplante Ausgaben in Höhe von 17.500 Euro für September und Oktober. Vorgesehen seien 50 Pfeffersprays, 20 ausziehbare Stöcke nach den geltenden Vorschriften sowie neue Dienst- und Winteruniformen für bereits beschäftigte Beamte und neue Mitarbeiter.
Parallel läuft die Auswahl eines neuen Kommandanten der Ortspolizei. Bewerbungen können laut Bürgermeister bis zum 10. September eingereicht werden. Eine Übergangslösung hält Dall’Oca für wenig sinnvoll, da kurz darauf ohnehin eine Neuorganisation mit dem künftigen Kommandanten erfolgen könnte.
Umstritten ist auch ein von der Präfektur Verona einberufenes Schlichtungsgespräch am 25. August. Die Gewerkschaft erklärt, sie habe an dem Treffen teilnehmen wollen, während die Stadt nicht persönlich erschienen sei und lediglich eine schriftliche Mitteilung an den Präfekten übermittelt habe. Dall’Oca verteidigt diese Entscheidung. Die Forderungen seien bereits behandelt worden, außerdem sei der Streik beschlossen worden, bevor das Ergebnis des Treffens bekannt gewesen sei.
Der Gewerkschaftssekretär für die Region, Simone Maniero, bezeichnet die Arbeitsniederlegung als Folge von acht Monaten ohne ausreichende Antworten. Die Gewerkschaft prüft nach eigenen Angaben zudem rechtliche Schritte wegen eines möglichen gewerkschaftsfeindlichen Verhaltens der Stadtverwaltung.
Der Konflikt betrifft damit weiterhin vor allem die Personalplanung, die Ausstattung und die Organisation der Ortspolizei. Die Stadt verweist auf bereits eingeleitete Maßnahmen, während die Gewerkschaft konkrete Fortschritte bei den seit Monaten angesprochenen Problemen fordert.