Tipps, Erlebnisse und Aktuelles vom Gardasee
Kultur
27/08/2026 - 11:23

Vittorino Andreoli beim Film Festival della Lessinia: „Roboter können nicht sagen: Ich liebe dich“

„Ein Roboter kann nicht sagen: Ich liebe dich. Er empfindet kein Mitgefühl.“ Mit diesen Worten fasste der Psychiater Vittorino Andreoli einen zentralen Gedanken seines Auftritts beim Film Festival della Lessinia zusammen. Am Mittwoch, dem 26. August, sprach er auf der Piazza del Festival in Bosco Chiesanuova im Rahmen der Gesprächsreihe „Parole Alte“.

Im Gespräch mit dem künstlerischen Leiter Alessandro Anderloni, das den Titel „Me cóntito“ trug, berichtete Andreoli aus seinem Leben und seiner beruflichen Laufbahn. Zugleich setzte er sich mit der Kommunikation in der heutigen Gesellschaft und mit der Fähigkeit auseinander, Gefühle und Emotionen auszudrücken.

„Wir sprechen viel, aber wir drücken uns wenig aus“, sagte der 1940 geborene Psychiater. Sprache müsse in der Lage sein, das auszudrücken, was ein Mensch in sich trage. Seine Überlegungen richteten sich auch an die jüngeren Generationen und an die wachsende Rolle digitaler Technologien und der künstlichen Intelligenz.

Sollte in zehn Jahren ein Roboter an seiner Stelle auf der Bühne stehen, könne dieser den Menschen im Publikum nicht sagen, dass er sie liebe, erklärte Andreoli. Leidenschaft und Gefühle seien Eigenschaften des Menschen.

## Der Dialekt als Sprache der Gefühle

Großen Raum nahm außerdem der veronesische Dialekt ein. Andreoli hat ihn in seiner Arbeit genutzt, um Erinnerungen zu erzählen, psychische Erkrankungen zu untersuchen und Texte sowie Monologe zu entwickeln.

Der Dialekt sei keine nostalgische Angelegenheit, betonte der Psychiater. Er gehöre zum gegenwärtigen Leben, zum persönlichen Kontakt und zur Begegnung. Manche Dinge ließen sich im Dialekt ausdrücken, für die man im Italienischen nur schwer die passenden Worte finde.

Neben der gesprochenen Sprache hob Andreoli die Bedeutung der Körpersprache hervor. Diese werde durch ein Leben vor Bildschirmen zunehmend eingeschränkt. „Die Körpersprache ist außergewöhnlich, aber wir verlieren sie, weil man vor einem Computer kommuniziert, während der Körper stillsteht“, sagte er.

Gerade der Körper sei ein besonders authentisches Mittel, um andere Menschen zu erkennen. Mit Worten könne man täuschen, eine Umarmung vermittle dagegen unmittelbar, wer jemand wirklich sei.

## Weitere Vorführungen beim Festival

Der Auftritt Andreolis ist Teil der 32. Ausgabe des Film Festival della Lessinia, das in Bosco Chiesanuova bis Sonntag mit Filmvorführungen und Gesprächen über das Leben, die Geschichte und die Traditionen der Bergregion fortgesetzt wird.

Am Donnerstag, dem 27. August, stehen im Teatro Vittoria in der Reihe „Montagne italiane“ die Filme „Il tempo della montagna. Architettura alpina in dieci storie“ von Francesca Molteni und Davide Fois sowie „Quello che resta“ von Marco D’Agostini auf dem Programm.

Am Freitag, dem 28. August, wird um 21 Uhr im Wettbewerb „Goodbye sisters“ von Alexander Murphy gezeigt. Der Film spielt in Nepal und erzählt von einer jungen Frau, die zur Sammlung des Yarsagumba in ihr Dorf zurückkehrt. Dort trifft sie möglicherweise zum letzten Mal auf ihre Schwestern und ihre älteren Eltern.

Newsletter

Erhalte jeden Morgen die wichtigsten Informationen des Tages rund um den Gardasee – aktuell, kompakt und direkt per E-Mail.
Ich stimme zu, den Newsletter zu erhalten, und akzeptiere die Datenschutzerklärung.
Dieses Feld ist erforderlich.

Weitere Nachrichten

Aktuelles

Krankenhaus in Legnago bietet MEOPA zur Schmerzlinderung bei der Geburt an

Kultur

Vittorino Andreoli beim Film Festival della Lessinia: „Roboter können nicht sagen: Ich liebe dich“

Aktuelles

Geburt während Ambulanzfahrt in Isola della Scala

Aktuelles

Cerea: Bürgermeister Franzoni fordert nach Angriff staatliche Antworten