
Verona: 13 Anbieter von Ferienwohnungen wollen gegen Variante 70 klagen
Dreizehn Unternehmer aus dem Bereich der touristischen Vermietungen in Verona wollen gegen die sogenannte „Variante 70“ zum Bebauungsplan der Stadt vorgehen. Der formelle Antrag soll nach Angaben der Initiatoren innerhalb weniger Tage beim Verwaltungsgericht TAR eingereicht werden.
Die Unternehmer gehören der Vereinigung Property Manager innerhalb der Confcommercio Verona an. Nach eigener Darstellung handelt es sich bei der Initiative jedoch um einen unabhängigen und überparteilichen Vorstoß. Im Mittelpunkt steht der Beschluss der Stadtverwaltung, mit dem die Eröffnung neuer Angebote für kurzfristige Vermietungen im historischen Zentrum faktisch gestoppt wird.
Die Initiatoren erklären, sie unterstützten grundsätzlich das Ziel, den Wohnraum und das historische Erbe Veronas zu schützen. Sie halten den gewählten Weg jedoch für unverhältnismäßig. Nach Ansicht von Maurizio Galli, einem Sprecher der Gruppe, führe die Regelung zu einem pauschalen Verbot, ohne nachzuweisen, dass dieses die Wohnraumsituation tatsächlich verbessere.
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Gleichsetzung touristischer Vermietungen mit traditionellen Beherbergungsbetrieben. Giuliano Occhipinti, ebenfalls einer der Initiatoren, argumentiert, die Vermietung einer Wohnung ohne zusätzliche Dienstleistungen sei nicht mit dem Betrieb eines Hotels gleichzusetzen.
Die Unternehmer befürchten außerdem eine Ungleichbehandlung zwischen bereits bestehenden und künftig geplanten Angeboten. Sie bezweifeln zudem, dass ein Stopp neuer Ferienwohnungen automatisch mehr dauerhaften Wohnraum im Stadtzentrum schaffen würde. Wohnungen könnten auch leer bleiben oder sich der touristische Druck in andere Stadtteile verlagern.
Statt eines vollständigen Verbots schlagen die Property Manager unter anderem strengere Kontrollen der bestehenden Regeln, ein Verbot außen angebrachter Schlüsselboxen sowie Vorgaben vor, die sich an den einzelnen Stadtgebieten und der Zahl der tatsächlichen Einwohner orientieren. Außerdem fordern sie finanzielle Anreize für Eigentümer, die ihre Wohnungen dauerhaft an Arbeitnehmer oder Studierende vermieten.
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