
Brescias Agrarschulen planen gemeinsame Plattform für Innovation
Bei einem Treffen am Agrarinstitut Pastori in Brescia ist die Einrichtung eines vorläufigen ständigen Arbeitstisches für die Agrarschulen der Provinz vorgeschlagen worden. Ziel ist es, neue Finanzierungsquellen zu erschließen, Labore und Lehrbetriebe zu modernisieren und die Ausbildung stärker an den technologischen Wandel in der Landwirtschaft anzupassen.
An dem Gespräch am Dienstag, 3. November, nahmen neben dem Pastori auch Vertreter der Institute in Chiari und Remedello sowie des Meneghini in Edolo teil. Eingeladen hatten Confagricoltura Brescia und der Schulleiter des Pastori, Augusto Belluzzo. Auch der lombardische Landwirtschaftslandesrat Alessandro Beduschi beteiligte sich an der Diskussion.
## Moderne Ausstattung und höhere Betriebskosten
Die Agrarschulen stehen vor der Aufgabe, ihren Schülern neben theoretischem Wissen auch zeitgemäße praktische Erfahrungen zu vermitteln. Dafür betreiben sie eigene landwirtschaftliche Lehrbetriebe, die mit Produktionskosten und organisatorischen Anforderungen verbunden sind.
Als zentrale Herausforderungen wurden die Modernisierung von Laboren und Gebäuden, die Finanzierung der Lehrbetriebe sowie der Zugang zu Fördermitteln genannt. Gleichzeitig verändern Robotik im Stall, Biotechnologien, ein effizienteres Wassermanagement und die Präzisionslandwirtschaft die Anforderungen an die Ausbildung.
Beduschi schlug deshalb eine experimentelle Steuerungsgruppe vor. Sie soll unterschiedliche Finanzierungsinstrumente, institutionelle Kooperationen und Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit der Forschung miteinander verbinden. Dabei könnten neben dem Landwirtschaftsressort weitere regionale Behörden einbezogen werden.
Nach Angaben der Region soll die Zusammenarbeit sowohl Investitionen in die Infrastruktur als auch die laufenden Kosten der schulischen Landwirtschaftsbetriebe unterstützen. Im Mittelpunkt stehe außerdem eine engere Verbindung zwischen Schulen, Institutionen und Forschung.
## Engere Zusammenarbeit mit Unternehmen
Confagricoltura Brescia erklärte sich bereit, den Prozess zu unterstützen. Präsident Oscar Scalmana betonte, dass die Schulen die schnellen Veränderungen in der Landwirtschaft begleiten und möglichst vorwegnehmen müssten. Unternehmen benötigten junge Fachkräfte mit technischem Wissen, einer soliden Allgemeinbildung und Offenheit für Innovationen.
Schulleiter Belluzzo verwies auf die besonderen Bedingungen der Agrarschulen. Sie führten echte landwirtschaftliche Betriebe und benötigten deshalb andere Instrumente und Ressourcen als viele andere Schulzweige. Der Austausch mit Berufsverbänden und Unternehmen sei wichtig, um die Entwicklung der Arbeitswelt zu verstehen und die Lehrangebote anzupassen.
Weitere Themen des Treffens waren die bessere Abstimmung zwischen den Schulen, die Weiterbildung der Lehrkräfte und die Anerkennung bereits bestehender innovativer Projekte. Die geplante Arbeitsgruppe soll diese Vorschläge nun in konkrete Formen der Zusammenarbeit und neue Möglichkeiten für die Schulen überführen.



